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Musikalische Kreation (Christian Messer):

material:
es werden mit den mitwirkenden personen interviews mit zwei standardisierten fragen gestellt. die interviewten antworten frei.

dateien:
es wird intuitiv nach sinnlich musikalischen gesichtspunkten geschnitten: also, das, was sich als musikalisches unit anbietet. bewußt werden umgebungsklänge mit einbezogen. dabei verhält sich die musikalische einheit unabhängig von der semantik. eine textverständlichkeit in der einzeldatei ergibt sich demnach nur in koinzidenz von musikalischer und semantischer einheit. dateien ohne intertviewanteile bilden die ausnahme. vom interview werden nur die antworten berücksichtigt. in wenigen fällen ist ein loop ein reizvolles musikalisches unit. es wir in aller regel sieben mal, in wenigen ausnahmen nur drei mal geloopt. die dem loop zugrunde liegende datei taucht auch als eigene datei auf (häufiger) oder fehlt (seltener). insgesamt werden 450 dateien benutzt.

kategorisierung:
jede datei wird auf sieben merkmale geprüft, die willkürlich mit b bis h bezeichnet sind. für jedes merkmal wird ein wert einer sieben-stufigen skala vergeben.

1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7
b: kürze - länge des ereignisses
c: schelles - langsames tempo
d: geringe - hohe rhythmische qualität
e: geringe - hohe melodische qualität
f: wenige - viele ereignis-elemente
g: geringe - hohe sinvolle textverständlichkeit
h: umgebung dominiert - sprache dominiert

die ideal niedrig bewertige datei wäre also ein kurzes, rhythmisches, geräuschhaftes ereignis, die ideal hoch bewertete datei ein langes, melodiöses, integrales und verständliches ereignis.

ranglistung und plan:
für jede datei wird die summe der sieben kategorien b bis h gebildet, es sind also werte zwischen 7 und 49 möglich. in der tat ergeben sich jedoch nur werte zwischen 12 und 37, und zwar alle mit ausnahme von 36, also 25 verschiedene summenwerte.
dateien, die den gleichen summenwert besitzen, werden als elemente eines klomplexeren klanggeschehens definiert.
das stück besteht aus 25 klanggeschehen, die in der aufsteigenden wertigkeit der summenränge in den gesamtverlauf eintreten.

innerhalb jedes klangeregnisses wird die reihenfolge des eintretens einer datei durch den niedrigeren wert in der frühreren kategorie (also b vor c vor d etc.) bestimmt. wenige dateien können auch so nicht unterschieden werden und müssen demnach exact gleichzeitig eintreten.

jedes klangereignis ist strukturell also ein mehr oder weniger komplexes modell des gesamtablaufes.

jedes klangereignis wird zunächst für sich zusammengestellt, dann werden die 25 klanggeschehen zu einem stück zusammengefügt.

für das kompositorische ergebnis werden die 25 klangmodule jeweils digital bearbeitet - im wesentlichen mit filter, feedback und delay.

der mix läßt klangbezüge innerhalb und zwischen den klangmodulen, sowie auch ausgewählte einzeldateien in den vordergrund changieren.